In klassischen Optimierungsverfahren für den Flugzeugentwurf werden rechenintensive Higher-Fidelity-Berechnungen nicht effizient genug durchgeführt und das generierte Wissen nicht ausreichend genutzt. In dieser Arbeit wird ein Konzept für die systematische Erfassung, Speicherung und Wiederverwendung von Wissen in einem Entwurfsoptimierungs-Framework für unbemannte Fluggeräte vorgestellt. Kern der Arbeit ist ein Optimierungsverfahren, das den Grad der Modelltreue automatisch für jede am Entwurfsprozess beteiligte Disziplin individuell auswählt. Das Framework wendet standardmäßig Low-Fidelity-Methoden an. Higher-Fidelity-Berechnungen werden nur durchgeführt, wenn dies für notwendig erachtet wird. Für die Entscheidung, welche Berechnungen mit höherer Modelltreue durchzuführen sind, werden mehrere Methoden vorgeschlagen. Die Diskrepanz zwischen Lösungen mit geringerer und höherer Modelltreue wird in Form von Korrekturfaktoren erfasst. Es wird ein Ansatz vorgeschlagen, der die bedingungslose Nachahmung von Higher-Fidelity-Lösungen vermeidet. Die Motivation dafür ist, dass aufgrund von nicht auszuschließenden Ungenauigkeiten in den Higher-Fidelity-Ergebnissen weder die Notwendigkeit noch eine Rechtfertigung dafür besteht, diese zu imitieren. Mithilfe der ermittelten Korrekturfaktoren werden Machine-Learning-Modelle trainiert, die Vorhersagen über die Veränderung der Korrekturfaktoren im Designraum treffen. Auf diese Weise werden Higher-Fidelity-Berechnungen eingespart. In einem beispielhaften Optimierungslauf zeigt das Framework eine Rechenzeitersparnis von bis zu 73.4% im Vergleich zu einem Referenzoptimierungsprozess, der ausschließlich Higher-Fidelity-Methoden verwendet. Parametervariationen zeigen eine sehr gute Übereinstimmung zwischen den Ergebnissen der beiden Entwurfsoptimierungsprozesse. Die Arbeit untersucht auch die Verwendung von Low-Fidelity-Methoden zur Tragflächenmassenabschätzung, die ursprünglich für Flugzeuge der allgemeinen Luftfahrt entwickelt wurden. Mittels Korrekturfaktoren wird eine Rekalibrierung dieser Methoden im Hinblick auf die in dieser Arbeit betrachtete Klasse unbemannter Luftfahrzeuge durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen eine sehr gute Übereinstimmung mit physikbasierten Methoden, die speziell für die betrachtete Klasse unbemannter Luftfahrzeuge entwickelt wurden. Weiterhin werden Korrekturkurven vorgestellt, die die Bestimmung von Korrekturfaktoren für die Tragflächenaerodynamik allein auf der Grundlage der Streckung und der Reynoldszahl der Tragfläche ermöglichen. Der letzte Teil der Arbeit untersucht den Transfer von Wissen aus einer vorangegangenen Entwurfsoptimierungsaufgabe auf eine neue Aufgabe mit neuen Anforderungen. Es werden Rechenzeiteinsparungen in Höhe von 89.2% im Vergleich zum Referenzverfahren erzielt. Anschließende Parametervariationen zeigen eine sehr gute Übereinstimmung zwischen den Ergebnissen der beiden Entwurfsoptimierungsverfahren.
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In klassischen Optimierungsverfahren für den Flugzeugentwurf werden rechenintensive Higher-Fidelity-Berechnungen nicht effizient genug durchgeführt und das generierte Wissen nicht ausreichend genutzt. In dieser Arbeit wird ein Konzept für die systematische Erfassung, Speicherung und Wiederverwendung von Wissen in einem Entwurfsoptimierungs-Framework für unbemannte Fluggeräte vorgestellt. Kern der Arbeit ist ein Optimierungsverfahren, das den Grad der Modelltreue automatisch für jede am Entwurfsp...
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