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Gärtner, Friedrich von


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Biographie

Die Sammlung Friedrich von Gärtner des Architekturmuseums der TUM

Friedrich von Gärtner (1791-1847) wurde in Koblenz geboren, 1804 zog die Familie nach München um. Schon frühzeitig wurde er durch seinen Vater, den Baumeister und Hofbauintendanten (Leiter des gesamten staatlichen Bauwesens) Andreas Gärtner, zum Zeichnen und an den Architektenberuf herangeführt. Von 1808 bis 1812 studierte Gärtner bei Carl von Fischer (1782-1820) an der soeben eröffneten Bauschule der Akademie der Bildenden Künste und lernte bei ihm die kunstvolle Zeichen- und Aquarelltechnik.

Nach weiterführenden Studienjahren in Karlsruhe bei Friedrich Weinbrenner (1766-1826) und in Paris bei Percier und Fontaine kehrte Gärtner nach kurzem Aufenthalt in London nach München zurück. 1820 wurde er als Nachfolger von Carl von Fischer an die Münchner Akademie und 1841 zu deren Direktor berufen. Um ihn bildete sich die berühmte „Gärtnerschule“ als Gegenstück zur Berliner „Schinkelschule“ (nach Karl Friedrich Schinkel, 1781-1841). Seine Schüler verbreiteten den für Gärtner charakteristischen Rundbogenstil nicht nur über Bayern, Österreich und die Schweiz, sondern auch nach Ungarn, Griechenland, Russland, Schweden und bis in die USA.

Von 1822 bis zu seinem Tod war Gärtner zudem künstlerischer Leiter der Nymphenburger Porzellanmanufaktur. 1836, mit der Ernennung zum „Generalinspektor der plastischen Denkmale Bayerns“ übernahm er die Funktion des obersten Denkmalpflegers. Den ersten großen Auftrag erhielt er 1827 mit der Staatsbibliothek und konnte in der Folge Leo von Klenze aus der Gunst König Ludwigs I. (1786-1868, reg. 1825-1848) verdrängen. Im Anschluss schuf er alle weiteren Bauten an der Ludwigstraße sowie Ludwigskirche, Damenstiftgebäude, Salinengebäude, Universität, Siegestor und Feldherrnhalle.

Gärtners weitere Hauptwerke wie die Kuranlagen in Bad Kissingen, das Pompejanum in Aschaffenburg und das Schloss in Athen für König Otto (reg. 1832-1862) belegen seinen Rang als einer der bedeutendsten Architekten des 19. Jahrhunderts.

1884 erwarb der Bayerische Landtag für die Architektursammlung der Technischen Hochschule (TH) die sogenannte Moninger-Sammlung (benannt nach Hans Moninger, Sohn eines ‚Gärtnerschülers‘). Mit über 2.000 Zeichnungen von Friedrich von Gärtner sowie circa 1.000 Zeichnungen von Gärtners Schülern und seinem Vater Andreas stellen die Pläne und Archivalien einen besonderen Schatz im Archiv des Architekturmuseums dar.

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