In der Plutonium-Produktionsanlage Majak (Rußland) wurde während der frühen Betriebsjahre (1949-52) eine bedeutende 131I-Aktivität freigesetzt. Für eine Rekonstruktion dieser Freisetzungen wurden am MLL 129I-Messungen an Umweltproben mit Beschleunigermassenspektrometrie durchgeführt. Die Zeitinformation regionaler 129I-Depositionsflüsse wurde über Eisproben vom Beluchagletscher (Sibirischer Altai) erhalten. Der 129I-Untergrund wurde rechnerisch bestimmt. Ein globales Transportmodell erlaubte aus den 129I-Depositionsflüssen am Beluchagletscher einen Rückschluß auf die 129I-Freisetzungen in Majak. Dieses Modell wurde über 129I-Messungen in Süßwasserseen aus Europa, Afrika, Asien, Südamerika und Neuseeland validiert. Mit einer mittleren Abklingzeit der Brennelemente von 35 d wurde bis 1952 eine 131I-Freisetzung von 179 PBq rekonstruiert.
Übersetzte Kurzfassung:
In the early years of operation large amounts of 131I were released from Mayak Chemical Combine, the first plutonium production facility in the former Soviet-Union. Measurement of 129I in environmental samples by accelerator mass spectrometry was used to reconstruct these releases. An ice core from Belukha glacier (Sibirian Altai) delivered 129I deposition fluxes in the Altai region. 129I background was calculated. 129I releases in Mayak were obtained from 129I deposition fluxes by an atmospheric transport model. This model was investigated by 129I measurements in lake water samples from Europe, Africa, Asia, South America and New Zealand. Using a mean hold time of 35 d, an airborne 131I release of 179 PBq was concluded till 1952.
Veröffentlichung:
Universitätsbibliothek der Technischen Universität München