Das Forschungsprojekt Slab Net Zero untersuchte das Potenzial des robotergestützten In-situ-3D-Drucks zur Herstellung
gewölbter Kappen für Geschossdecken aus Beton. Ziel war es, aufzuzeigen, wie der 3D Druck solcher
Kappendecken direkt auf der Baustelle zur Steigerung der Ressourceneffizienz, zur funktionalen Integration und zur
Erweiterung der architektonischen Gestaltungsfreiheit im Bauwesen beitragen kann.
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Übertragung historischer Gewölbetechniken in digitale Bauprozesse. Die
Geometrien wurden aus strukturellen Prinzipien formgefunden und spezifisch für den 3D-Druck optimiert, sodass
sie mithilfe stationärer oder mobiler Robotersysteme präzise umgesetzt werden können. Hierdurch können dünnwandige
Kappengeometrien direkt auf der Baustelle schichtweise gedruckt und vollständig schalungsfrei realisiert
werden.
Im Bereich der Prozess- und Systemtechnik wurde für das mobile Robotersystem ein robotischer 2K-Extrusions-
Endeffektor mit zentraler Steuerung und automatisierter Materialzufuhr aus einem in die mobile Basisplattform integrierten
Materialcontainer entwickelt und unter realen Baustellenbedingungen erprobt. Parallel dazu wurde eine
verfahrensspezifische Betonmischung entwickelt, die in ihrer Zusammensetzung gezielt auf die prozessualen Anforderungen
des mobilen In-situ-3D-Drucks ausgelegt war. Sie ermöglichte eine stabile und zuverlässige Verarbeitung
über die gesamte Druckzeit eines Kappensegments hinweg, wobei das Aushärtungsverhalten durch Verzögerer-
Beschleuniger-Kombinationen durch das 2K-System präzise eingestellt werden konnte.
Ein weiterer Fokus lag auf der Integration bauphysikalischer Funktionen in die gedruckten Schalenstrukturen. Untersucht
wurden deren thermische Speichermasse, thermische Aktivierung und akustisches Verhalten. Simulationen
und experimentelle Untersuchungen bestätigten die Wirksamkeit hinsichtlich Heiz- und Kühlleistung sowie der raumakustischen
Eigenschaften.
Die im Projekt realisierten Demonstratoren im 1:1 Maßstab belegten die technische Machbarkeit und eröffneten neue
architektonische Perspektiven. Insgesamt zeigte sich, dass die additive Fertigung im Bauwesen nicht nur ökologisch
und gestalterisch, sondern auch großes Potenzial in Hinblick Produktivität besitzt. Die entwickelten Ansätze lassen
sich zudem auf weitere Anwendungsfelder übertragen, unter anderem auf die Bestandssanierung von Kappendecken,
den Einsatz alternativer Bindemittel, oder in-situ Bauprozesse mit mobilen Robotersystemen im Allgemeinen.
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Das Forschungsprojekt Slab Net Zero untersuchte das Potenzial des robotergestützten In-situ-3D-Drucks zur Herstellung
gewölbter Kappen für Geschossdecken aus Beton. Ziel war es, aufzuzeigen, wie der 3D Druck solcher
Kappendecken direkt auf der Baustelle zur Steigerung der Ressourceneffizienz, zur funktionalen Integration und zur
Erweiterung der architektonischen Gestaltungsfreiheit im Bauwesen beitragen kann.
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Übertragung historischer Gewölbetechniken in...
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