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Bühlmann, Josef


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Biographie

Die Sammlung Josef Bühlmann des Architekturmuseums der TUM

Josef Bühlmann (1844-1921) wurde 1844 in Großwangen in der Schweiz geboren. Von 1863 bis 1866 studierte er an der Bauschule der Akademie der Bildenden Künste in München bei Ludwig Lange (1808-1868). Anschließend unternahm er mit seinem Lehrer eine dreimonatige Studienreise durch Ober- und Mittelitalien. Zurück in Bayern arbeitete Bühlmann an der dreibändigen Publikation „Die classische Architektur des Altertums und der Renaissance“, deren erster Band 1872 in Stuttgart erschien. Dieses Standardwerk diente an vielen Hochschulen als Lehrbuch für historische Bauformenlehre.

Von 1873 bis 1875 unterrichtete Bühlmann darstellende Geometrie und technisches Zeichnen an der Gewerbeschule in Luzern. Auf Initiative von Gottfried von Neureuther (1811-1887) kam er 1875 als Assistent an die Polytechnische Schule nach München. Bühlmann habilitierte sich 1876, wurde 1887 zum außerordentlichen Professor und 1888 zum Ordinarius für „Bauformenlehre, malerische Perspektive und Innendekorationen“ ernannt. Nach der Emeritierung von August von Thiersch (1843-1917) übernahm er 1908 dessen Lehrstuhl für Antike Baukunst.

Bühlmann errichtete nur wenige Bauten und wurde vielmehr durch seine Projekte bekannt. Für den Münchner Königsplatz entwarf er 1869 eine Idealplanung mit Ergänzung der Platzanlage durch antike Vorbilder. Auch nahm er an zahlreichen Architekturwettbewerben teil, darunter im Jahr 1872 am Berliner Reichstagswettbewerb (zusammen mit Emil Lange).

Zu den ausgeführten Bauten Bühlmanns zählt das 1980 abgerissene Theresianum auf dem Stammgelände der TUM. Als Autor architekturhistorischer und didaktischer Werke setzte er sich intensiv mit der antiken Architektur auseinander. Seine baugeschichtlichen Interessen und zeichnerischen Fähigkeiten führten ihn immer wieder zu Antiken-Rekonstruktionen, durch die er sich einen Namen machte. 1885 beauftragte ihn die Münchner Panorama-Gesellschaft mit einem Rundbild des antiken Rom für ihr Ausstellungsgebäude in der Theresienstraße. Die Ausführung des 120 Meter langen und 15 Meter hohen Panoramas gestaltete er mit dem ungarischen Maler und Hochschullehrer der Akademie der Bildenden Künste München, Alexander Wagner (1838-1919). Das Original ist verloren, aber Lichtpausen der Vorzeichnungen und großformatige Reproduktionen in Form eines Leporellos (Faltbuch) haben sich erhalten.

Josef Bühlmanns Idealrekonstruktionen, die durch malerische Perspektiven, Farbigkeit und reiche Staffagen bestechen, gehören zu den herausragenden Schaublättern des Archivs

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