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Elsaesser, Martin


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Biographie

Die Sammlung Martin Elsaesser des Architekturmuseums der TUM

Martin Elsaesser (1884-1957) wurde 1984 in Tübingen als Sohn eines evangelischen Theologen geboren. Von 1901 bis 1906 studierte er Architektur, zunächst an der Technischen Hochschule in München bei Friedrich von Thiersch (1852-1921), anschließend in Stuttgart bei Theodor Fischer (1862-1938). Durch frühe Wettbewerbserfolge konnte er mehrere Kirchenbauten in Württemberg errichten

Nach seiner Assistentenzeit bei Theodor Fischer und Paul Bonatz (1877-1956) an der Technischen Hochschule Stuttgart bekam er dort 1912 eine außerordentliche Professur für Entwerfen, mittelalterliche Baukunst und Bauformenlehre. In seiner Stuttgarter Zeit errichtete er unter anderem die Markthalle in der Innenstadt. Ab 1920 erhielt er den Auftrag der Stadt Köln, die dortige Gewerbeförderungsanstalt zu einer Kunstschule umzubauen. 1925 wurde er zum Stadtbaudirektor nach Frankfurt berufen. Zusammen mit Ernst May (1886-1970) war er die führende Persönlichkeit des Stadtplanungsprogramms „Das Neue Frankfurt“. International bekannt wurde Elsaesser durch den Bau der Frankfurter Großmarkthalle. Für den Fabrikanten Reemtsma errichtete er bis 1932 in Hamburg-Altona einen der aufwendigsten Villenbauten der Zwischenkriegszeit.

Nach der Weltwirtschaftskrise und der Machtergreifung der Nationalsozialisten löste Elsaesser 1933 seinen Vertrag und übersiedelte nach München. 1937 ging er nach Berlin, doch während der NS-Zeit war ihm die Bautätigkeit verwehrt. Bis 1938 konnte er nur noch einige Bauten in der Türkei ausführen. Nach dem Krieg war er in Stuttgart vor allem mit dem Wiederaufbau der von ihm entworfenen Gebäude beschäftigt. 1947 holte ihn Adolf Abel (1882-1968), sein früherer Studien- und Arbeitskollege, an die Technische Hochschule München. Dort vertrat er acht Jahre einen Entwurfslehrstuhl. Seine Berufung auf eine ordentliche Professur scheiterte am bayerischen Finanzministerium, das den 64-jährigen nicht mehr in ein Beamtenverhältnis übernehmen wollte.

Der Nachlass von Martin Elsaesser wurde nach seinem Tod der Architektursammlung der TUM übergeben. Der Bestand ist auch insofern besonders bedeutsam als Elsaesser zu den wenigen modernen Architekten gehört, die in Deutschland blieben, ohne sich den Nationalsozialisten anzudienen.

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