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Dokumenttyp:
Masterarbeit
Autor(en):
Vera S. Baron
Titel:
Bias in Conservation Attention: the Example of Imperiled Freshwater Pearl Mussels (Margaritifera margaritifera)
Übersetzter Titel:
Die Einseitigkeit der Aufmerksamkeit im Naturschutz: das Beispiel der gefährdeten Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera)
Abstract:
The financial resources available for biodiversity conservation are relatively scarce considering the enormous need for action. To achieve maximum success and use funds in the most efficient way, priorisation is urgently needed. There exists a number of approaches to select the taxa to be protected with the flagship species concept being one of the most common. Conservation flagships possess characteristic traits such as aesthetic attractiveness rendering them popular and suitable to arouse sympathy as well as concern and thus win public support. Large mammals like elephants, lions, tigers, bears or birds serve as prominent examples. The flagship species approach in conservation science is highly discussed. While for instance its benefits to general involvement and its function as approved fundraising tool are widely acknowledged, it is also linked to a number of negative impacts. The most striking argument against the use of charismatic flagship species seems to be the associated strong bias in conservation attention. One-sided conservancy programmes, media coverage and marketing lead to these appealing taxa receiving much greater protection efforts, even if mammal and bird species can overall be considered less at risk compared to many aquatic, particularly freshwater organisms. In this way, human preference for certain species based on their likeability or attractiveness may ultimately shape the future fauna on earth. The thesis at hand highlights the bias in conservation attention, its origin, related problems as well as possible solutions. It aims to show opportunities to reduce distortion. For this purpose, using the example of the imperiled freshwater pearl mussel Margaritifera margaritifera, different proposals and drafts for a possible awareness and marketing campaign are developed.
übersetzter Abstract:
Die für den Erhalt der biologischen Vielfalt zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sind angesichts des enormen Handlungsbedarfs knapp. Um maximalen Erfolg zu erzielen und die vorhandenen Mittel möglichst effizient einzusetzen, ist eine Prioritätensetzung dringend erforderlich. Bei der Auswahl der zu schützenden Taxa kann auf eine Reihe unterschiedlicher Ansätze zurückgegriffen werden. Eines der gängigsten Zielartenkonzepte ist dabei das der sogenannten Flaggschiffarten. Im Naturschutz eingesetzte Flaggschiffarten besitzen charakteristische Merkmale wie ästhetische Attraktivität, die wesentlich zu ihrer Beliebtheit beitragen. Dadurch eignen sich diese Arten, um Sympathie und Besorgnis zu erregen und so die Unterstützung der Öffentlichkeit zu gewinnen. Große Säugetiere wie Elefanten, Löwen, Tiger, Bären oder Vögel dienen an dieser Stelle als prominente Beispiele. Das Flaggschiffarten-Konzept wird in der Naturschutzwissenschaft viel diskutiert. Während beispielsweise der Nutzen in Hinblick auf das gesellschaftliche Engagement und die Eignung als Instrument zur Mittelbeschaffung weithin anerkannt werden, geht der Ansatz auch mit einer Reihe negativer Auswirkungen einher. Ein besonders schwerwiegendes Argument gegen die Verwendung charismatischer Flaggschiffarten dürfte die damit verbundene verzerrte Aufmerksamkeit im Naturschutz sein. Die Einseitigkeit von Schutzprogrammen, medialer Berichterstattung und Marketing führt dazu, dass diese attraktiven Taxa weitaus größere Schutzbemühungen erfahren, auch wenn Säugetier- und Vogelarten im Vergleich zu vielen aquatischen – insbesondere im Süßwasser lebenden – Organismen insgesamt als weniger gefährdet gelten. Auf diese Weise kann die Vorliebe des Menschen für bestimmte Arten aufgrund von Sympathie oder Attraktivität letztlich die zukünftige Fauna auf der Erde maßgeblich prägen. Die vorliegende Masterarbeit beleuchtet die Einseitigkeit der Aufmerksamkeit im Naturschutz, ihren Ursprung, daraus resultierende Probleme und denkbare Lösungen. Ziel ist es, Möglichkeiten zur Reduktion dieser Verzerrung aufzuzeigen. Hierzu werden am Beispiel der gefährdeten Flussperlmuschel Margaritifera margaritifera verschiedene Vorschläge und Entwürfe für eine mögliche Bewusstseins- bzw. Marketing-Kampagne entwickelt.
Fachgebiet:
UMW Umweltschutz und Gesundheitsingenieurwesen
DDC:
570 Biowissenschaften, Biologie
Betreuer:
Heger, Tina (Dr. habil.)
Jahr:
2022
Seiten/Umfang:
63
Sprache:
en
Sprache der Übersetzung:
de
Hochschule / Universität:
Technische Universität München
Fakultät:
TUM School of Life Sciences
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