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Originaltitel:
Beeinflussung von Herzschrittmachern und Defibrillatoren durch Störsignale 
Jahr:
2008 
Dokumenttyp:
Habilitation 
Institution:
Fakultät für Medizin 
Sprache:
de 
Fachgebiet:
MED Medizin 
Kurzfassung:
Interferenzen mit implantierten Herzschrittmachern und Defibrillatoren können von physiologischen wie von externen elektromagnetischen Feldern ausgehen. Die wichtigste physiologische Störquelle stellen Fernfeldsignale der Kammererregung auf Vorhofebene dar. Sie treten unter einer Standardprogrammierung der Herzschrittmacher bei 26% der Patienten auf und verursachen eine inadäquate Umschaltung in einen ungetriggerten Stimulationsmodus. Mittels eines einfachen Tests und individueller Anpassung einer atrialen Blindzeit kann die Inzidenz der Fernfeldwahrnehmung unter klinischen Bedingungen auf 10% reduziert werden. Ein paradoxes atriales Undersensing von Vorhofflimmern mit Umschaltung in einen asynchronen Störmodus der Herzschrittmacher tritt bei bis zu 13% der Patienten auf und imitiert im Oberflächen-EKG eine operativ revisionsbedürftige Sondenfehlfunktion. Die Inzidenz temporärer Inaktivierung antitachykarder Funktionen von Defibrillatoren durch stärkere elektromagnetische Felder (>1mT) beträgt 11%, inadäquate Kardioversionen oder Defibrillationen bei schwächeren, aber hochfrequenten Feldern werden mit einer Inzidenz von <1% beobachtet. In einer Untersuchung an 203 implantierten Herzschrittmachersystemen und 151 implantierten Defibrillatorsystemen konnte keine Beeinflussung der Implantatfunktion durch einen Flughafenmetalldetektor nachgewiesen werden. 
Mündliche Prüfung:
05.03.2008 
Letzte Änderung:
24.03.2010