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Original title:
Lärm an Schleppern und selbstfahrenden Landmaschinen 
Information about the author:
Bei Interesse an dieser Arbeit zur ausschließlich wissenschaftlichen Nutzung wenden Sie sich bitte an den Lehrstuhl 
Home page of the author:
Year:
1983 
Document type:
Diplomarbeit 
Institution:
Fakultät Wissenschaftszentrum Weihenstephan 
University:
Technische Universität München 
Place of Publication:
Freising-Weihenstephan 
Advisor:
Dr. H. Auernhammer 
Referee:
Prof. Dr. H.-L. Wenner 
Format:
Text 
Language:
de 
Subject group:
LAN Landbauwissenschaft 
Controlled terms (agricultural engineering):
Lärm; Arbeitsplatz; Traktor; Selbstfahrtechnik; Arbeitsbelastung; Arbeitsleistung; Arbeitskosten 
Abstract:
Zusammenfassend kann zu den Ergebnissen gesagt werden: 1. Lärm hat nicht nur gehörschädigende Wirkung, sondern schädigt den ganzen Körper und stellt damit einen allgemeinen Krankmacher dar. Weil Lärm krank macht, ist Lärmbekämpfung durchaus eine ökonomisch und moralisch notwendige Sache. 2. Unsere Landwirte sind bei ihrem Umgang mit Schleppern und SFLM durchwegs einem Lärmpegel von 90 dB(A) bis 100 dB(A) ausgesetzt und sie empfinden den Lärm ihrer Maschinen belastend und gesundheitlich bedenklich. 3. Als physiologisch unbedenklich kann lediglich ein Lärmpegel von < 80 dB (A) angesehen werden. 4. Da Lärm den menschlichen Körper beschädigen kann, sind moralische Überlegungen zur Motivierung der Lärmbekämpfung mit zu veranschlagen und ins Feld zu führen. 5. Das Ziel von < 80 dB (A) Lärmentwicklung an Schleppern und SFLM ist konstruktionsmäßig erreichbar, dies zeigen die bereits recht respektablen Vorarbeiten von Industrie und Forschung. Für einen entscheidenden Fortschritt in der Lärmsituation sollte sich der Gesetzgeber für einen Lärmpegel von <8o dB (A) entscheiden und sich eindeutig, ohne Wenn und Aber, ausdrücken. 6. Aufgrund der langen Lebensdauer der verschiedenen lärmerzeugenden Landmaschinen wird der Durchschnittslandwirt noch längere Zeit von gesundheitsgefährdendem Lärm frequentiert werden. Aufgrund dieser, durch die Verhältnisse bedingten länger dauernden Übergangszeit, muß der Landwirt auf die verschiedenen Selbstschutzmaßnahmen verwiesen werden. Da aber Selbstschutz vom Willen und der Einsicht der Betroffenen abhängen, tut intensive Aufklärung not. Weiterhin müssen die bekannten Gehörschutzmittel wie Stopfen und Kappen so gestaltet werden, daß sie für den Träger akzeptabler werden. 7. Da ein Ganzkörperschutz bisher ganz fehlte (abgesehen von schallgedämmten Sicherheitskabinen), habe ich die Grundlagen für einen Schutzanzug - Lärm erarbeitet. 8. Es ist sehr schwer, die inneren Zusammenhänge bei der Messung und Bewertung des Lärms zu verstehen. Bsp: 93 dB(A) scheinen auch nicht viel schlimmer zu sein als 90 dB(A), obwohl die Belastung bei 93 dB(A) doppelt so hoch ist als die bei 90 dB(A). 9. Während der Belastungsperioden, z.B. Mähdruschzeit, erhöht hier eine gesunde Lebensweise - insbesondere gute Vitamin A-Versorgung - die Belastbarkeit des Organismuses für Lärm. 10. Nicht näher untersucht wurde die gefährdete Dorfruhe, aber aus einigen Äußerungen verschiedener Landwirte kann entnommen werden, daß es damit nicht zum besten steht. Lärmbekämpfung an Schleppern und SFLM ist auch schon deshalb notwendig, weil ein ruhiger ländlicher Raum für Erholung und Freizeit benötigt wird zur Regeneration der arbeitenden Bevölkerung und als Raum für ruhiges, gesundes Leben und Wohnen. 11. Lärmschutz ist zuvorderst eine ökonomische Notwendigkeit, weil er: a) zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen beiträgt, b) die menschliche Arbeitskraft leistungsfähig erhält und dadurch ökonomischer macht, c) durch seine Anforderungen eine Möglichkeit sinnvoller sich amortisierender Arbeitsbeschaffung darstellt, z.B. neue, leise, moderne Schlepperbauserien, d) das Landleben wieder zu einem erstrebenswerten Ziel macht und so dem Land Arbeit und Geld über den Fremdenverkehr zuführen kann, e) gesunde (nicht durch Lärm geschädigte Menschen) Menschen länger aktiv bleiben und an unternehmerischer Tätigkeit -wie es die Landwirtschaft darstellt- Freude haben (kranke Bauern geben gerne auf) . Insgesamt gesehen müssen wir den Lärmschutz als eine einträgliche Langzeitinvestition betrachten, denn wir wollen alle eine gesunde Welt schaffen und erhalten. Gesunde Umwelt und leistungsfähige, frohe Menschen führen ganz zwangsläufig zu einer florierenden Wirtschaft. 
Source (agricultural engineering):
Lehrstuhl für Landtechnik / Archiv 
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Pages:
101 
Last change:
16.04.2018