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Dokumenttyp:
Konferenzbeitrag 
Autor(en):
Wergin, Vanessa V.; Zimanyi, Zsuzsanna; Beckmann, Jürgen 
Titel:
Persönlichkeit und Emotionen als Einflussfaktoren von Teameinbruch im Feldhockey 
Abstract:
Wenn eine Sportmannschaft in einem wichtigen Spiel plötzlich eine schlechtere Leistung erbringt als zuvor (Apitzsch, 2006) und die Kontrolle über das Spiel verliert (Boss & Kleinert, 2015) spricht man von kollektivem Teameinbruch. Das Konzept der emotionalen Ansteckung bietet einen möglichen Erklärungsansatz für dieses Phänomen (Barsade, 2002). Kuhls PSI-Theorie (1994) zufolge haben insbesondere lageorientierte Personen Probleme, negativen Affekt zu bewältigen und gelten folglich als anfälliger für Rumination und negative Gefühle als Handlungsorientierte. Die Studie soll daher zum einen klären ob sich Leistung und Emotionen von Sportlern in Teameinbruch-Situationen von Spielsituationen ohne Teameinbruch unterscheiden und zum anderen prüfen, inwiefern Handlungs- und Lageorientierung (HLO) die Emotionen und die Leistung von Sportlern in Teameinbruch-Situationen beeinflusst. Im Rahmen einer Feldstudie wurden 90 Feldhockey-Spieler aus 5 Mannschaften in verschiedenen Spielsituationen untersucht, wobei Emotionen vor und nach jedem Spiel durch PANAS (Watson, Clark, & Tellegen, 1988), HLO jedes Spielers mittels HOSP (Beckmann, 2013) sowie Laufwege der Spieler während der Spiele anhand von GPS-Daten erhoben wurden. 2 Mannschaften mit 33 Athleten erlebten in je einem Spiel einen Teameinbruch, welcher durch T-Tests für abhängige Stichproben hinsichtlich der aufgeführten Variablen mit einem verlorenen Spiel der jeweiligen Mannschaft ohne Teameinbruch verglichen wurde. Zusätzlich wurden Varianzanalysen mit Messwiederholung durchgeführt, um mögliche Interaktionen zwischen HLO, Emotionen und Leistung zu testen. Im Durchschnitt zeigten die Sportler nach einem Spiel, in dem ein Teameinbruch stattgefunden hatte (M = 18.96, SE = 5.30), signifikant negativere Emotionen als nach einem verlorenen Spiel, in welchem kein Einbruch stattgefunden hatte (M = 17.08, SE = 4.92), t(25) = -2.39, p < .05, r = .69. Die Laufleistung der Spieler unterschied nicht signifikant zwischen den beiden Bedingungen Teameinbruch und kein Teameinbruch, jedoch zeigten Handlungsorientierte (M = 129.0, SE = 3.58) im Durchschnitt eine signifikant höhere Laufleistung als Lageorientierte (M = 118.01, SE = 3.83) im Spiel ohne Teameinbruch, t(22) = -2.09, p <.05. Die Varianzanalysen mit Messwiederholung brachte keine signifikanten Effekte. Die Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang zwischen negativen Emotionen und Teameinbruch hin. Es wird vermutet, dass dieser durch HLO moderiert wird, signifikante Ergebnisse sich jedoch aufgrund der kleinen Stichprobengröße nicht zeigen. Eine größere Stichprobe an Athleten, die einen Teameinbruch erlebt haben, könnte dementsprechend auch zu signifikanten Unterschieden in der Laufleistung der Spieler führen. Da die Anzahl jener Teilnehmer, welche im Spiel einen Teameinbruch erleben, im Feldexperiment nicht beeinflusst werden kann, müssen weitere Daten erhoben werden, um mehr Teameinbrüche aufzuzeichnen. 
Kongress- / Buchtitel:
Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp), Jahrestagung 2017, 25.-27.05.2017 
Konferenzort:
Bern, Schweiz 
Datum der Konferenz:
25.-27.05.2017 
Jahr:
2017 
Sprache:
de 
Semester:
SS 17